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Written by Baron Gotthard Manteuffel-Szoege on April 28th, 2006 at 1:03
Answer on: "Polnisch"-Livland
written by Constantin on April 15th, 2006 at 21:33
Im Frieden von Oliva (1660) wurden die Kreise Ludsen, Rositten und Dünaburg von Livland abgetrennt und blieben weiter bei Polen, während das übrige Livland an Schweden fiel. Der Adel dieses nun Polnisch Livland - oder auf Polnisch Inflanty - genannten Gebietes war seit jeher deutsch, aber im Laufe der Zeit wanderten noch weitere deutsche Adelsfamilien, besonders aus Kurland zu, später aber immer mehr und mehr polnische. Das führte im Zuge der zunehmend gegenreformatorischen Politik Polens vielfach nicht nur zu einer Katholisierung, sondern parallel dazu auch zu einer Polonisierung dieser Familien. Organisiert war der Adel dieser Provinz völlig analog dem des übrigen Polens - also garnicht. Es gab weder eine inkorporierte Ritterschaft, noch eine die Zugehörigkeit zu dieser prüfende Ritterbank. Ganz allgemein kann man sicher sagen, daß dieses Gebiet in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht das absdolute "Schlußlicht" des Baltikums bildete. Im Frieden von Riga 1921 wurde es schließlich wieder mit dem nunmehr Lettland genannten Gebiet vereinigt, obwohl seine Bewohner nicht alles Letten sind. Es leben auch relativ viele Ruthenen (Weißrussen) dort und die dortigen Letten sprechen einen eigenen Dialekt. Da durch diesen Anschluß "Inflantiens" der katholische Bevölkerungsanteil beträchtlich geworden war, wollte dieser natürlich auch eine Bischofskirche in der Hauptstadt Riga haben und die Regierung nahm die alte Jakobikirche, die bisher die Kirche der Livländischen Ritterschaft gewesen war, dieser weg über gab sie den Katholiken, denen sie noch heute als "Dom" ihres Erzbischofs dient.
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